Normalerweise kein Grund zur Sorgen

Ich kränkel ein wenig vor mich hin – heißt: Ich habe morgens und abends ein kleines Bisschen Halsweh und abends ist dazu meine Nase etwas dicht. Normalerweise kein Grund zur Sorge – das geht bereits seit Freitag so und wurde auch nicht schlimmer. Keine Ahnung, ob es dafür auch wissenschaftliche Belege gibt, aber schon seit einiger Zeit bin ich nur noch selten richtig erkältet (zum Glück! Ich klopfe mal eben auf Holz …), dafür habe ich aber öfters mal solche Phasen, in denen mir der Hals wehtut. Ich interpretiere das als Zeichen für “Immunsystem arbeite – Erkältungsviren werden eliminiert!” :-). Unter normalen Umständen würde ich das wahrscheinlich nur am Rande wahrnehmen, abends etwas meckern, dass ich “jetzt aber echt keine Erkältung brauchen kann”, vielleicht einen Kaffee mit einem Schuss Baileys trinken – das ist quasi mein Tee mit Rum, da ich weder Rum noch Tee mag – und nach 3 Tagen wäre der Spuck vergessen. Alltag wäre unbeeindruckt weitergelaufen.

Aber: was ist schon normal

Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre…normal ist nun zur Zeit aber nichts. Bei mir schrillen also sofort sämtliche Alarmglocken, da wir in den letzten Tagen meine bei meinen Eltern waren, ich  zum ersten Mal in diesem Jahr eine liebe Freundin besucht habe, die schwer krank ist und die Räubermaus bei der Tagesmutter ist.

Wie verhalte ich mich nun richtig? Ich arbeite immer noch von zuhause, dadurch muss ich schonmal nicht abwägen, ob ich ins Büro gehe oder mich dar arbeitsunfähig melden muss. Auch so eine zwiespältige Sache: Bin ich arbeitsunfähig, wenn mich meine “Erkrankung” in keiner Weise beeinträchtigt? Andererseits wird natürlich dafür plädiert mit den geringsten Erkältungssymptomen zuhause zu bleiben.

Ich bin aufgrund der Arbeitszeiten hier dafür zuständig, die Räubermaus morgens zur Tagesmutter zu bringen und am Nachmittag wieder abzuholen – darf ich das so? Sollte ich es? Und wie kommt sie nach Hause, wenn ich sie nicht abholen kann? Die Großeltern entfallen als Risikopatienten auf jeden Fall und ich möchte ja auch niemanden belasten, mit dem wir in den letzten Tagen keinen Kontakt hatten – man weiß ja nie.

Soll ich mich testen lassen oder einfach abwarten? Und wenn ich mich testen lasse, muss ich dann vorsorglich in Quarantäne? Wie soll das gehen? Ich muss mich ja um die Räubermaus kümmern und solange der Mann nicht von der Arbeit zurück ist, habe ich keine Alternative. Und aufgrund eines wagen, eigentlich unbegründeten Verdachtes, kann der natürlich auch nicht einfach alles stehen und liegen lassen und nach Hause kommen.

 

Abwägen

Parallel habe ich angefangen, abzuwägen, wie groß das Risiko tatsächlich ist. Wo war ich in den letzten 10 Tagen? Mit wem habe ich mich getroffen?

Ergebnis: sehr viel zuhause, im kleinsten Familienkreis unterwegs in der Natur, beim Einkaufen mit Maske und Abstand, mit Freunden gegrillt und mit anderen Freunden getroffen, 2 Mal im Restaurant gewesen – ebenfalls mit Abstand und einmal davon im Biergarten. Die Freunde sind alle gesund, meine App ist grün.

Ich habe also mein Risiko insgesamt als sehr gering bewertet (nach bestem Wissen, Gewissen und Bauchgefühl).

Vielleicht ist meine Sorge auch völlig unbegründet – viele Leute mit denen ich mich unterhalten habe, meinten, ich übertreibe völlig und sie würden sich niemals wegen ein paar kleinen Erkältungssymptomen so verrückt machen. Ich habe aber eine wahnsinnige Angst davor, das Virus leichtfertig weiterzuverbreiten. Wenn ich dann in den Nachrichten regelmäßig darüber lese, dass Leute eben mit leichten, unscheinbaren Symptomen feiern gegangen sind und so etliche Personen angesteckt haben,  mache ich mir noch mehr Gedanken.

 

Entwarnung

Letzten Endes habe ich mich dazu entschlossen, beim Hausarzt einen freiwilligen Test zu machen. Ich kenn mich – es hätte mir keine Ruhe gelassen und die Option, wie eine Kollegin von mir, nach einer vermeintlichen Erkältung einfach noch 5 Tage sicherheitshalber zuhause zu bleiben, habe ich mit Kind, Hund und Pferd nicht so ohne weiteres.

Ich hatte Glück und habe direkt heute morgen – nach nicht einmal 24 Stunden – mein Ergebnis bekommen: NEGATIV.

Mir ist ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen, denn auch, wenn ich dieses Ergebnis erwartet hatte, habe eben auch schon gegenteilige Geschichten gehört.

Eins ist sicher – ich werde in den nächsten Wochen noch genauer darauf achten, wo ich mich aufhalte und dass auch die Leute um mich herum die AHA-Regeln einhalten. Gerade jetzt im Herbst hilft das vielleicht auch, den Erkältungen so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen und somit das Problem zu umgehen. Denn ganz ehrlich – ich habe keine große Lust, dieses Prozedere alle paar Wochen durchzuspielen.

 

Wie seht ihr das? Wie geht ihr mit Erkältungen um?

 

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